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Pressestimmen
Thuner Tagblatt, 31. Oktober 2011
Weltuntergangsstimmung und Hoffnung
Willy Burkhards siebenteiliges Oratorium 'Das Gesicht Jesajas' birgt einige Ueberraschungen: Von modernen Jazzelementen bis hin zur frühbarocken Musik ist fast alles vertreten und führt damit zu einem unvergesslichen Chorerlebnis...
In seinem wahrscheinlich bedeutendsten Werk vertonte Willy Burkhard die Visionen des Weltuntergangs und einer neuen Weltordnung des Propheten Jesaja, nicht zuletzt inspiriert durch seine Tuberkuloseerkrankung und dem immer stärker aufkommenden Faschismus in Europa.
In 'Das Gesicht Jesajas' verband er die Schreckensvisionen von Tod und Zerstörung geschickt mit den Utopien von Aufbau und neuem Leben. Mit kraftvollen Akzenten und gespenstischen Klängen, die besonders im zweiten Teil des Oratoriums wichtig werden, wird der Zuhörer in eine andere Welt versetzt. Die Spannung und die bedrückte Stimmung werden immer mehr aufgebaut, um dann durch nahezu freche Takte wieder aufgelöst zu werden. Durch das Werk hindurch entwickeln sich die Visionen immer mehr ins Positive beziehungsweise Utopische: Während die ersten Teile vom Zorn Gottes und dem Untergang der Welt handeln, werden in den Teilen fünf, sechs und sieben die Hoffnung und der Friede immer besser spürbar. Das Oratorium endet in einem vierstimmigen Finale mit den Worten:'All Fehd hat nun ein Ende. Amen.'
...Das nicht besonders zahlreich erschienene Publikum war von der Aufführung begeistert und zollte den Musikern Tribut durch lang anhaltenden Applaus und stehende Ovationen (Irina Eftimie)
Thuner Tagblatt, 15. November 2010
Wie Erzengel Raphael von der Schöpfung erzählt
Vor den Jubiläumskonzerten mit Haydns Oratorium 'Die Schöpfung' veranstaltete der Cäcilienchor am Samstagnachmittag ein Spezialkonzert für die Jüngeren. Das ... Kinderkonzert, bestehend aus Dialogen zwischen den Erzengeln und Ausschnitten aus Haydns 'Schöpfung' soll den Konzertbesuchern von morgen nicht nur einen Zugang zum Oratorium bieten. Dadurch, dass Raphael alles hinterfragt und witzig kommentiert und Gabriel ihn belehrt, werden den Kindern während dem knapp einstündigen Konzert auch die Instrumente vorgestellt. So erfahren sie, wie ein klassisches Konzert abläuft.
Eigentlich soll Erzengel Raphael - stark interpretiert von Ulrich Simon Eggimann (Bass) - den gespannt lauschenden Kindern in der gut gefüllten Thuner Stadtkirche die Schöpfungsgeschichte erzählen. So wirklich aufgelegt dazu ist er aber nicht; Erzengel Gabriel (Gabriela Bürgler, Sopran) muss ihn wiederholt an seinen Auftrag erinnern, bis Raphael beginnt, die ersten sieben Tage der Welt zu schildern - und richtig in Fahrt kommt.
Unterstützt wird Raphael bei seinen Erzählungen von den beiden Erzengeln Gabriel und Uriel (Michael Feyfar, Tenor), den himmlischen Heerscharen in Form des Cäcilienchors und dem Thuner Stadtorchester. (Miriam Schild)
Auch die beiden grossen Jubiläumskonzerte des 100-jährigen Cäcilienchors Thun überzeugten.
'Und es ward Licht.' Sanft schwellen die Orchesterklänge und Chorstimmen an, sachte geht das wohl überlegte, kompositorische Chaos Joseph Haydns in die Genesis-Geschichte der Erde über, bis im Forte die himmlischen Heerscharen die ersten Lichtstrahlen besingen. ... so überzeugte der Cäcilienchor Thun gemeinsam mit dem Thuner Stadtorchester unter der Leitung Joseph Bisigs mit einer soliden Aufführung. ... dem Orchester gelang es, wundervolle Spannungsbögen aufzubauen und auszuhalten, beispielsweise beim klangmalerischen Sonnenaufgang, den Michael Feyfar als Uriel (Teneor) eindrücklich besang. Mit ihrem hellen Sopran überzeugte auch die Sopranistin Gabriela Bürgler. ... Stark als Erzengel Raphael zeigte sich Ulrich Simon Eggimann, wenn er mit feierlicher Ernsthaftigkeit ein Werk Gottes besingen durfte. ... Nach zwei Stunden Schöpfungsgeschichte zeigte das Publikum seine Freude mit lang anhaltendem und verdientem Applaus. (Heinerika Eggermann Dummermuth)
Thuner Tagblatt, 16. November 2009
Dem Geist Mozarts auf der Spur
An ein unvollendetes Werk Mozarts, die Messe in c.Moll, wagten sich ... der Cäcilienchor Thun und das Kammerorchester Thun. Virtuos stellten die Musiker irdischem Leid himmlische Musik gegenüber. ... Unter der exakten Führung von Joseph Bisig schufen die Musiker ein Klanggebilde, das die Zuhörerschaft mit seinem Ausdruck beeindruckte. Schon in der Ouvertüre mit dem Kyrie holte die Sopranistin Silvia Kristina Hadorn mit klarer und kräftiger Stimme überirdische Musik in die Kirche. Der Chor indessen imitierte im Gloria jubilierende Engelsscharen. Besonders im Qui tollis des Gloria zeigte sich, mit welcher Konzentration Chor und Orchester bei der Sache waren, ... Auf den kleinsten Wink des Dirigenten schwoll die Musik in ein Crescendo an oder besänftigte sich wieder und verwebte sich so zu einem wunderbaren Ganzen. Brigitte Scholl, der zweiten Sopranistin, gelang vor allem in den tieferen Lagen ein schöner Klang. Mit Simon Jäger als Tenor und Michael Kreis als Bass zeigte sich im Benedictus das Können der vereinten Solisten. Vor der präzisen Begleitung des Orchesters, Konzertmeister war Lorenz Indermühle, fanden sich die vier Solisten zu einem Lobgesang. Nachdem mit dem Dona nobis pacem die allerletzte Herbstnässe vertrieben worden war, wollte das Publikum mit dem Applaus kaum mehr aufhören. (Dorothee Joss)
Thuner Tagblatt, 8. Dezember 2008
Berührendes zum Nikolaustag
Effektvoll und berührend gestaltete der Cäcilienchor Thun britische Weihnachtslieder und Brittens 'Saint Nicolas Cantata'. ...
Mit grossartigem Klang stimmte der Cäcilienchor Thun - unterstützt vom Ensemble donne da canto - unter der Leitung von Joseph Bisig auf die näherrückenden Weihnachtstage ein. ... Das verstärkte Kammerorchester Steffisburg und Markus Aellig an der Orgel begleiteten die Frauen- und Männerstimmen mit feinem Gespür. Bisig wusste die zusätzlichen Sängerinnen und Musiker auch effektvoll einzusetzen. So gestalteten der Cäcilienchor im Kirchenschiff und die donne da canto unter Ursula Krummen Schönholzer auf der Empore bereits bei den Christmas Carols ... Wechseldialoge. ...
Silvan Müller gestaltete die rezitativen Solopartien ausgesprochen feinfühlig, ohne mit übertriebener Effekthascherei auf Dramatik zu machen. ... Das eindrucksvolle Klangvolumen der Sängerinnen und Sänger liess dem Publikum mehr als nur einmal einen Schauer über den Rücken rieseln. Das verstärkte Kammerorchester Steffisburg und Organist Markus Aellig taten ihr Uebriges, um das festliche Werk differenziert auszugestalten und die Effekte ins rechte Licht zu rücken. ... (Heinerika Eggermann)
Thuner Tagblatt, 4. Februar 2008
Bühnenreife Kirchenmusik
Zwei selten gespielte Chorwerke von Puccini und Bizet brachten der Cäcilienchor Thun und das Stadtorchester zur Aufführung.
Mit weichen, warmen Klängen von Holzbläsern, gefolgt von Streichern stieg das Orchester in Puccinic 'Preludio sinfonico A-Dur op.1' als Konzertauftakt ein. Bereits hier wurde klar, worin Puccinic eigentliche Leidenschaft bestand: der Oper.
Nicht die Solisten, sondern der Chor stand im Vordergrund, als die beiden Hauptwerke des Abends gespielt wurden. Sowohl Puccini als auch Georges Bizet zeigten mit den beiden Chorwerken - der 'Missa a quattro voci' und dem 'Te Deum' -, dass Kirchenmusik durchaus Bühnenreife erlangen kann. Dem Publikum jedenfalls wurde der Zugang zu den Werken mit dramatischen Melodienbögen leicht gemacht. Dies umso mehr, als das Stadtorchester unter seinem Gastdirigenten, dem Leiter des Cäcilienchors Thun Josef Bisig, mit hörbarer Freude spielte.
Glanzpunkte setzten die drei Solisten Beatrice Ruchti (Sopran) in Bizets 'Te Deum', der Tenor Christoph Meinen und der Bariton Victor Pulver, welche die einzelnen Partien wunderschön ausgestalteten. Auch wenn die Diktion nicht immer deutlich war, hörte das Publikum der harmonischen Aufführung des Chors, der Solisten und des Stadtorchesters liebend gerne zu. Mit lang anhaltendem Applaus dankten die Konzertbesucher für die stimmungsvolle Aufführung.
Verdientes Lob gab es auch für den Mut des Cäcilienchors und Josef Bisigs, die zwei selten gespielten Werke aufs Programm zu setzen und die beiden bekannten Komponisten einmal von einer kaum bekannten Seite zu präsentieren. (Heinerika Eggermann)
Einsiedler Anzeiger 20. März 2007
Ein besinnliches Abendkonzert
Der Cäcilienchor Thun sang in der Klosterkirche das Requiem von Antonin Dvorak. Mit dem grossartigen Werk Dvoraks richtete der gebürtige Einsiedler Dirigent Joseph Bisig eine 'Hommage' an seinen Heimatort und gedachte seiner Eltern, die heuer ihren 90. Geburtstag hätten feiern können. Zu diesm besonderen Konzert am Sonntagabend fanden sich recht viele Zuhörerinnen und Zuhörer ein. Nicht verwunderlich, ist doch Antonin Dvoraks Requiem op. 89 ein ganz besonderes Chorwerk. Dvorak schuf das Requiem 1890 für ein Musikfestival in Birmingham....Es entstand ein anderthalbstündiges Chorwerk, welches für Chor und Solisten sehr anspruchsvoll, aber auch abwechslungsreich zu singen ist. Der Cäcilienchor Thun und die Solisten haben dies am Sonntagabend sehr einfühlsam, besinnlich und klanglich hervorragend getan. Chor, Solisten, Orchester Opus, Bern, und Dirigent Joseph Bisig erhielten eine schweigende 'standing ovation' als grossen Dank. Die Konzertbesucher wurden für einmal mit dem Geläute der Kirchenglocken in den regnerischen Sonntagabend entlassen. (wru) |
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